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Kinderkrone

 

Unter der „Kinderkrone" ist eine unterlebensgroße Plastik aus Bronze zu verstehen. Sie entstand in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts im Atelier der Künstlerin Hilde Schürk-Frisch in Münster. Aufzufinden ist sie auf dem Ruhe- und Spielplatz, der von den Verkehrswegen Holthues-Hoff, Kamp-Straße und Gerhart-Hauptmann-Straße begrenzt wird.

Ein plastisches Bildwerk kann in sich Entsprechungen von äußeren zu inneren Formen enthalten. Zur äußeren Geschlossenheit der Masse gehört dann ihre innere Aufsperrung. Somit werden innerhalb eines bildnerisch behandelten Volumens Vakuen beabsichtigt. Eine drei­dimensionale Verbildlichung hat dann nicht mehr nur Verwandtschaften zu eben- oder krummflächig ausgeformten Körpern.

 

Genauer sind unter der „Kinderkrone" die Ganzfiguren von drei Frauen in Augenschein zu nehmen. Sie haben als mütterliche Gestalten zu gelten, denn sie heben gemeinsam drei Kleinkinder hoch über ihre Köpfe. Die Füße jeder Mutter sind auf der Grundebene auseinander gestellt. Damit kommt die Berührung der Füße aller drei Personen zustande. Insgesamt entsteht derart die Ähnlichkeit zu einem Dreifuß, weil je zwei Füße samt der Unterschenkel gekoppelt sind. Die hoch­gewachsenen Körper der drei Mütter tragen gleiche Bekleidungen, die eng anliegenden Hemden ähneln. Über vorgewölbten Bauchpartien biegen sich die Oberkörper dermaßen, dass zwischen den Frauen in Taillenhöhe Durchblicke eröffnet werden. Aus den zurückgebogenen Oberkörpern sind die Hälse in die Höhe gereckt. Ihnen entsprechen die erhobenen Häupter, deren Gesichter in drei verschiedene Richtungen gewendet sind. Aus den Schultern der drei Frauen strecken sich die Arme so, dass sie sich mit ihren Ellenbogen berühren. Die Beine der erhobenen Kleinkinder biegen sich ab den Beckenpartien in die Hori­zontale. Im Zusammentreffen mit den stützenden Mutterhänden bilden sie einen gelegten Kranz. Von den Schultern der aufgerichteten Ober­körper der drei Kinder ragen die Köpfe und die gestreckten Arme mit den geöffneten Händen hoch. - Aus dem Miteinander von ruhenden und ragenden Formen über den Scheiteln der Mütter entsteht die Illusion einer mit großen Edelsteinen besetzten Krone.

 

 
(W. Dräger, Sehenswürdigkeiten in Ahaus, 1994, S. 68f.)

 

Darstellung im Geodatenatlas Kreis Borken

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