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Zeugnisse des Glaubens und der Frömmigkeit

 

Ausstellung in der Villa van Delden vom 10. bis 31. Juni 2000

 

Die Ausstellung wird getragen von der evangelischen Christus­Gemeinde und den beiden katholischen Gemeinden St. Josef und St. Marien in Ahaus.

Der Rückblick anlässlich der Jahrtausendwende soll uns mit der eigenen Glaubens- und Lebensgeschichte versöhnen; aber auch kritisch werden lassen. Hier geht es auch um Schuld und Aussöhnung zwischen den christlichen Kirchen, um Klarstellungen von Fehlentwicklungen. Wer die einzelnen Veröffentlichungen liest, stößt auf manch Erbauliches, aber auch auf viele Irrwege, auf Schmerzliches, das man lieber verschweigen möchte. Es ist nicht Raum genug, alles, was die Ausstellung zeigen und verdeutlichen will, hier wiederzugeben. Einige Beispiele mögen hier für sich sprechen:

 

 

1775

Predigten, Rudolph Graser OSB, Seite 169

 

Die wahre Kirche

„Das Wort Kirche will nichts anderes sagen, als eine Versammlung oder Gemeinde vieler Menschen, die einerlei Glaubenslehre halten und Gott unter einerlei Haupte hier auf Erden dienen. Gleichwie nur ein Gott ist, so kann auch nur eine Lehre sein, sagt der Apostel. Und ich setze hinzu: So kann auch nur eine wahre Kirche sein, nämlich diejenige, die den wahren, von Gott geoffenbarten, von Christus eingeführten und von den Aposteln fortgesetzten Glauben lehret und bewahret.

Diese Kirche muß:

I.          in ihrer Glaublenslehre notwendig unfehlbar sein.

II           Diese Kirche kann keine andere sein, als unsere katholische. Wie lächerlich ist es also wohl, wenn die Lutheraner, die Calvinisten, die Zwinglianer und andere Irrgläubigen unsre katholische Kirche beschuldigen wollen, sie sei nicht mehr diejenige Kirche, die sie in den ersten Jahrhunderten gewesen ist; sie sei von der Reinheit der Lehre Jesu Christi abgewichen....

Dann frage ich unsere Glaubensgegner: Ist unsere heutige katholische einmal oder niemals die wahre und von Christus Jesus eingesetzte Kirche gewesen?

... das ja lauter neue, lauter solche, von denen man vor etlichen Jahrhunderten noch nichts gewußt hat. ... Ihre Stifter sind Menschen und zwar solche, die sich von der katholischen Kirche aus Hoffart und Ungehorsam getrennt haben."

 

 

Missions- und Lebensbüchlein für Jungfrauen, P. Adolf Thwala, Obl. M.I., Dülmen 1928, Seite 92

 

Mischehen

„Heirate niemals einen Protestanten! Eine Mischehe ist der sicherste Weg, um in seinem Glauben lau zu werden, um ihn ganz zu verlieren.

... Mag dein evangelischer Bräutigam noch so weitherzig erscheinen, noch so gut zu dir zu passen, bestimmt kann niemand behaupten, daß du später glücklich werden wirst....

Wer ein Fünkchen katholischen Glauben in sich hat, wird niemals eine Mischehe eingehen.

 

Bekanntschaften vor der Ehe

Die Gefahren in der Bekanntschaft sind zwar groß, aber du brauchst sie nicht zu fürchten, wenn du folgendes beachten willst: Du darfst mit deinem Bräutigam nicht zu oft zusammenkommen und niemals allein, sondern in Gegenwart der Eltern oder anderer ehrbarer Personen. Nur zu leicht könnte sonst die Leidenschaft bis zur Sünde entbrennen, ...

Erlaube niemals gewissen Liebkosungen und Zärtlichkeiten, noch weniger die Freiheiten des Ehestandes."

 

 

Der gute Gatte und Vater, P. Heinrich Müller SVD, Steyl, 1907

 

Bekanntschaften vor der Ehe und Aufsichtspflicht der Eltern

Seite 257

„Ist die Auswahl (des Partners) richtig geschehen, ist eine erlaubte Bekanntschaft angeknüpft, so bist du aber streng verpflichtet, für die nötige Aufsicht zu sorgen. Merke dir wohl: Du hast die heilige Pflicht, deinen erwachsenen Sohn oder deine erwachsene Tochter niemals in der Bekanntschaft mit der Person anderen Geschlechts allein zu lassen, du mußt fortwährend Aufsicht führen und für zuverlässige Aufsicht sorgen, du darfst dieselben nicht einmal allein aus dem Familienzimmer bis zur Haustür gehen lassen, noch viel weniger sie vor der Haustür alleine stehen lassen."

Seite 282

„Tausende und abermals Tausende von Vätern und Müttern brennen jetzt in der Hölle wegen schwerer Pflichtverletzung in der nötigen Aufsicht, indem sie vom Tode überrascht wurden, bevor sie durch Reue und Beichte wieder gutgemacht hatten. Sie sind ewig verloren, weil sie so gewissenlos waren, daß sie ihre Söhne und Töchter ohne das gehörige Alter, ohne baldige Aussicht auf brave katholische Ehe und ohne Aufsicht allein ließen."

 

 

Die gute Kongreganistin, B. Störmann, Dülmen, 1929

 

Die Rolle der Frau

Seite 85

„Das Kreuz ist die Probe des Christen, daran kommt keiner vorbei....

Du (Jungfrau und Frau) mußt aus Liebe zu Gott gern alles auf dich nehmen: Arbeiten, Schmerzen, Versuchungen und Plagen, Angst und Not, Krankheit und Unrecht, Widerspruch und Tadel, Demütigungen und Beschämungen, Verweis und Zurücksetzung. Das hilft zur Tugend und bereitet dir die himmlische Krone.

Dein späteres Leben bringt dir noch manches Kreuz. Sei darauf gefaßt.

 

Des Weibes Leben ist Opferleben.

Da ist viel Geduld, viel Abtötung, viel Selbstverleugnung nötig. Wie willst du das später können, wenn du nicht schon in der Jugend dich darin geübt und daran gewöhnt hast.

... Schlimm genug, wenn es so viele Mädchen gibt, die nur nach ihrer Bequemlichkeit leben wollen, für weltliche Vergnügungen und behagliche Tändeleien, die ungeduldig werden beim kleinen Ungemach."

 

Seite 10

„In der Familie ist es die Mutter, welche die Kinder versorgt. Sie bereitet ihnen zu und teilt ihnen aus, was sie bedürfen. Aber der Vater ist es, welcher durch sein Wirken den Vorrat anschafft und alles verdient, was zum Unterhalt der Familie nötig ist."

 

Seite 99

„Das Haus ist des Mädchen Heim. Im häuslichen Kreise muß es sein Glück, in den Beschäftigungen des häuslichen Lebens seine Freude suchen. Da soll es schalten und walten und unermüdlich tätig sein.

 

 Entnommen dem Ahauser Heimatbrief Nr. 2 /2000


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