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"So nah und doch so fremd"
Unter diesem Titel berichtete die Münsterland Zeitung am 19. Mai 2008 über die Aktivitäten der Museen auf der Hauptinsel des Ahauser Schlosses anlässlich des Internationalen Museumstages.
"Hier fanden früher zu Zeiten des Fürstbischofs die ersten Kontrollen statt." Margret Krollmann von Ahaus Marketing Touristik weist auf den Durchgang beim Amtsgericht, früher die Vorburg des Schlosses. Die hatten gestern die Scharen, die über das zur "Museumsinsel" umfunktionierte Gelände rund um den Prachtbau strömten, nicht zu befürchten.
Wie die rund 20 Besucher, die anlässlich des Internationalen Museumstages beim Rundgang unter fachkundiger Führung nicht nur das Äußere des repräsentativen Baus begutachten, sondern auch das Innere mit Gartensaal und Fürstensaal in Augenschein nehmen. Mehr über die Geschichte des Schlosses und der evangelischen Kirchengemeinde erhaschten sie beim Blick ins linke Torhaus. Viele zieht es auch zum gegenüberliegenden Schulmuseum. "Ach, wie schön." Gosse de Haan aus Buurse zeigt sich fasziniert von dieser längst vergangenen Welt und weist auf die alte Schiefertafel.
Strafverzeichnis
Eine Etage höher bewundert Luisa (8) den historischen Klassenraum mit Holzbänken und Stehpult. "Nein", sagt sie und lacht, "so sieht es bei uns in der Schule heute nicht mehr aus." Zum Glück. Denn beim Blick in die Vitrinen fallen den Besuchern nicht nur alte Schriften ins Auge, sondern auch ein Strafverzeichnis und eine Peitsche, die die gestrengen Lehrer sicher mehr als einmal geschwungen haben. Einige Meter weiter nutzen Lisanne (10) und Alena (8) die Gelegenheit die Schulbank zu drücken wie zu Großmutters Zeiten. Vorsichtig kritzeln beide mit einem Kreidestift ihren Namen auf die Schiefertafeln - in altdeutscher Schrift. "Da habt ihr aber ein Fleißkärtchen verdient", lobt Helferin Marlies Enning. Die Mädchen blicken sich fragend an. Denn so etwas gibt es heute in der Schule nicht mehr.
Selber zur Feder greifen und dabei ein Stück Kuchen naschen, ist im Skriptorium erlaubt. Wenige Schritte weiter, zieht die Welt der Naturwissenschaften in ihren Bann. Vor einem alten Physikbaukasten bleibt Manfred Lünterbusch mit Sohn Marius (8) stehen. "Alles ist so liebevoll gemacht. Wann hat man schon Gelegenheit, all das zu sehen. Das ist so nah und doch so fremd", meint er.
"Filmpalast"
Einfach nur zurücklehnen konnten sich Besucher in dem zum "Filmpalast" umgerüsteten Pavillon. "Rund 100 alte Schulfilme haben wir in unserem Archiv", erzählt Schulmuseumsgründer und Initiator der "Museumsinsel" Winfried Bergen. Nicht nur ein Stück Leben, wie es früher einmal war, konnten große und kleine Besucher bestaunen, sondern auch erfahren, dass der Igel schon vor über 60 Jahren schneller als der Hase ans Ziel kam. kh
Montag, 19. Mai 2008 | Quelle: (Münsterland Zeitung)
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