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Geld erzählt Geschichte(n)
Gerd Garwer, Münzsammler aus Vreden, erläuterte am Freitag, den 9. Mai 2008, seine Sammlung alter Münzen, die er zurzeit gemeinsam mit der Sparkasse Westmünsterland und dem Heimatverein Ahaus in der Hauptstelle der Sparkasse an der Ahauser Bahnhofstraße ausstellt.
Lesen Sie dazu den Bericht der Münsterland Zeitung vom 10. Mai 2008:
AHAUS Die Vredener Kirmes lockt. Um sein Taschengeld aufzubessern macht sich der 23-jährige Gerd Garwer mit einer Kiste voll alter Münzen und Scheine auf den Weg zu einer großen Münzbörse in Münster. Als er abends zurückkehrt, ist sein Gepäck jedoch nicht leichter geworden.
Stattdessen hatte ihn die Sammelleidenschaft endgültig gepackt. Anschaulich hat Garwer gestern zahlreichen Mitgliedern des Heimatvereins nicht nur über dieses persönliche Schlüsselerlebnis berichtet: Viel Wissenswertes zur Deutschen Währungsgeschichte hatte der Vredener mit in die Ahauser Hauptstelle der Sparkasse Westmünsterland gebracht. Bei Kaffee und Kuchen gab es für die Heimatfreunde einen hörenswerten Ritt durch die deutsche Währungsgeschichte, ehe Garwer die reich bestückte Ausstellung in der Schalterhalle gemeinsam mit Sparkassendirektor Elmar Korbmacher und Filialdirektor Wolfgang Niehues offiziell freigab.
Dass die Numismatik, das Sammeln von Münzen und Geldscheinen, ein breites Gebiet ist, in dem es persönliche Schwerpunkte zu setzen gilt, verhehlte Garwer nicht. Auch er habe erst Lehrgeld bezahlen müssen - als er in seinen Anfängen eine vermeintlich verschmutzte Münze etwa beim nachdrücklichen Reinigen ihrer Patina und damit eines Teils ihres Wertes beraubte.
Auch gelte es, sich zu entscheiden - ob man sich als Spekulant verstehe, dem es beim Sammeln um Wertsteigerung gehe, um die Sammlung systematisch "reiner" Serien oder um die Originalität und Geschichts trächtigkeit, die sich mit vielen Stücken verbinde.
Aussagekraft
Dazu brachte Garwer einige Beispiele für historische deutsche Zahlungsmittel mit hoher inhaltlicher Aussagekraft. Dabei förderte er auch Kurioses zutage, etwa eine geheime Ersatzwährung, die die Bundesregierung aus Angst vor einer Falschgeldschwemme aus dem Ostblock habe drucken lassen - sie kam nie in Umlauf, wurde aber auch nicht vollständig vernichtet, sondern gelangte in Einzelstücken über Umwege in den Besitz des Vredeners. "Das ist echtes Sammlerglück", gibt Garwer einen Einblick in sein besonderes Hobby.
Zu den eher seltenen Exponaten in seiner Sammlung zählen wohl auch die Lebensmittelkarten für Berlin, die niemals ausgegeben wurden - aus Angst vor einer zweiten Blockade waren sie nach 1948 bereits gedruckt worden, um eine gerechte Verteilung der eingelagerten Vorräte zu gewährleisten, die allerdings nie gebraucht wurden.
Lehrreich
Als sehenswert und überaus lehrreich würdigte Sparkassendirektor Korbmacher die Ausstellung. Er hegte die Hoffnung, dass auch zahlreiche Schüler und Schulklassen die Gelegenheit zum Besuch nutzen werden.
Samstag, 10. Mai 2008 | Quelle: (Münsterland Zeitung) to
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