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Geschichte des Krankenhauses
In lockerer Folge berichtet die Münsterland-Zeitung über die Geschichte des Ahauser Krankenhauses. Das 150jährige Bestehen dieser Einrichtung bietet den Anlass dazu.
Hier der zweite Bericht:
Erstes WC vor 100 Jahren
Ahaus - Auf eine 150-jährige Geschichte blickt das Ahauser St. Marien-Krankenhaus zurück - bewegte Zeiten, darunter zwei Weltkriege, hat es allein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überdauert.
1858 erbaut, kämpfte das Krankenhaus im Laufe der Jahre oft ums finanzielle Überleben, da feste Einnahmen fehlten. Durch die zunehmende Bevölkerung infolge der Fabrikansiedlungen in Ahaus erwies sich das Haus bald als zu klein. 1877 erfolgte der erste Erweiterungsbau, in dem auch eine Kapelle entstand. In den Folgejahren vergrößerte sich das Haus durch Flügelan- und Umbauten infolge der weiter wachsenden Bevölkerung. 1889 entstanden zwei große Krankensäle und eine Erneuerung der Kapelle. Als das Hospital 1908 auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblickte, gönnte man sich den Einbau von zwei Badezimmern und die Handwerker installierten die erste Toilettenspülung.
Moderne Wäscherei
An der heutigen van-Delden-Straße, früher Ulmenstraße, entstand eine moderne Wäscherei mit einer Büglerei. Nahm vorher das Waschen und Bügeln nahezu zwei Wochen in Anspruch, konnte es fortan durch die neue Technik in nur zwei Tagen bewältigt werden.
Mit der Dampfwäscherei wurde zugleich ein Desinfektionsapparat eingebaut, der sich bei den vielen ansteckenden Krankheiten als sehr sinnvoll erwies. Im Zuge der Baumaßnahmen entstand auch ein Leichenhaus neben dem Krankenhaus an der van-Delden-Straße. Wie hilfreich die neue Medizintechnik und die Erweiterungsbauten waren, stellte sich im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) heraus. Als Teillazarett wurde das Krankenhaus neben dem Canisiusstift genutzt. Beide Einrichtungen erhielten dafür Pflegekräfte und wurden durch namhafte Frauen aus der Stadt unterstützt. Bereits im Herbst 1914 fanden an einem Tag 42 Verwundete Aufnahme im Krankenhaus. Insgesamt pflegten die Ordensschwestern und ihre Helferinnen im Ersten Weltkrieg 1330 verletzte Soldaten - zusätzlich zu den üblichen Erkrankten aus der Zivilbevölkerung.
Fabrikanten-Spenden
Um Abnutzungserscheinungen am Krankenhaus durch den hohen Nutzungsgrad während des Krieges auszugleichen und dem Fortschritt in Medizin und Pflege gerecht zu werden, setzten sich Firmen wie Oldenkott und Söhne, die Westfälische Jute-Spinnerei oder van Delden finanziell ein.
Durch Spenden der Fabrikanten konnte so beispielsweise das erste Röntgengerät gekauft werden.
wird fortgesetzt -
Samstag, 29. März 2008 | Quelle: Münsterland Zeitung (Ahaus)
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