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Vortrag über das Westmünsterland
Das Westmünsterland als geographisch-politisch-kultureller Raum:Zur Entstehung und Bedeutung eines Landschaftsnamens ist das Thema eines Vortrags von Prof. Dr. Ludger Kremer (ehem. Universität Antwerpen)
am 24. November um 19.30 Uhr in der Villa Van Delden, Ahaus (Bahnhofstr. 91),
veranstaltet von der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes e.V. in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Ahaus.
 Wo
beginnt das Westmünsterland, wo hört es auf? Gehört Coesfeld noch dazu,
oder Dülmen, etwa auch Lüdinghausen oder Dorsten? Oder ist es mit dem
heutigen Kreis Borken identisch? Bei nicht wenigen Landschaftsnamen
bemerken wir nach näherer Betrachtung, dass sie alles andere als klar
definiert sind und zudem im Laufe der Zeit starkem Wandel unterliegen.
Wie steht es z.B. mit dem Namen Westfalen? Der Westfälische Friede wurde
1648 doch in Münster und Osnabrück geschlossen – letzteres liegt aber
in Niedersachsen, oder doch nicht? Und was hat das Land Sachsen mit dem
Germanenstamm der Sachsen zu tun – in Sachsen wohnten doch ursprünglich
Slawen und nicht Germanen?
Nicht viel besser steht es um den
Landschaftsnamen Westmünsterland. Die Sache wird schon deswegen
kompliziert, weil es zwar ein Westmünsterland gibt, aber äußerst selten
von einem Nord-, Ost- oder Südmünsterland die Rede ist – das Gegenstück
zum Westmünsterland ist meistens das Münsterland, manchmal auch
Kernmünsterland genannt. Ganz eindeutig gilt diese Unterscheidung für
den Bereich der Sprachwissenschaft, genauer: für die niederdeutsche
Mundartforschung, womit auch schon angedeutet ist, dass andere
Wissenschaften durchaus andere Auffassungen haben können. Und ganz
besonders gilt das für den alltäglichen Gebrauch.
Ein kleiner Griff
in die Kiste der Unternehmens- und Institutionennamen bestätigt es:
Banken und Sparkassen, Radio- und Fernsehsender usw. beziehen sich in
ihrem Namen gern auf das Westmünsterland, decken aber durchaus
unterschiedliche Gebiete damit ab.
Der Referent hat sich als
Sprachforscher eingehend mit dem Westmünsterland und den angrenzenden
Landschaften beschäftigt; er untersucht in seinem Vortrag, wie der Raum
entlang der westfälisch-niederländischen Grenze in den verschiedenen
landeskundlichen Disziplinen bezeichnet und abgegrenzt wird, so z.B. in
der Geographie, der Mundartforschung, der Volkskunde und Geschichte,
aber auch im alltäglichen Gebrauch oder in der Wirtschaft, welche Rolle
der Name Westmünsterland dabei spielt, seit wann er verwendet wird und
welche unterschiedlichen Auffassungen sich hinter diesem Begriff
verbergen.
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