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Neue Stolpersteine

Auf Initiative des VHS-Arbeitskreises „Ahauser Geschichte 1933-1945" hat der Kölner Künstler Gunter Demnig schon an mehreren Stellen der Ahauser Innenstadt Stolpersteine zur Erinnerung an die verfolgten jüdischen Familien verlegt. An den ehemaligen Wohnadressen der Ermordeten weisen diese ebenerdig im Pflaster liegenden messingfarbenen Steine mit ihrer Inschrift auf die Ermordeten - und vereinzelt auch auf Überlebende - hin.

Die wohl vorletzte Verlegung von Stolpersteinen in Ahaus fand statt am Dienstag, 28. April, um 14 Uhr am Südende der Wallstraße, am Übergang zur Coesfelder Straße, wo früher das Haus der Familie de Jong stand, die im Viehhandel tätig war. An der ehemaligen Adresse Coesfelder Straße 2 werden fünf Steine an die Verfolgten der Familie de Jong erinnern, und zwar an die in Riga oder Auschwitz ermordeten Eltern Moses de Jong und Else de Jong geb. Minkel, an die in lzbica ermordete Hilde Galinski geb. de Jong sowie an die beiden überlebenden Töchter Ilse de Jong und Marianne de Jong.

Auch die zweite Verlegestelle befindet sich an der heutigen Wallstraße: Hochstraße 2 lautete die Adresse der Familie Cohen, die ein Hutgeschäft betrieb. Vier Steine wurden dort verlegt, und zwar für den in Riga ermordeten Moritz Cohen, für seinen Sohn Ernst Cohen, der kurz nach seiner Befreiung an den Haftfolgen starb, sowie für die überlebenden Töchter Marga Cohen und Miriam Cohen. Ganz in der Nähe, am Übergang vom Markt zur Wallstraße (ehemals Wüllener Straße 8), stand das Wohn- und Geschäftshaus des Textilhändlers Julius Cohen. Drei Steine werden für die verfolgten Mitglieder dieser Familie verlegt, und zwar für Emilie Cohen geb. Gumpert, die kurz nach Erreichen ihres Fluchtziels Chile starb, und für ihren überlebenden Sohn Joseph Cohen sowie für die in Riga ermordete Frieda Cohen.

An der VVüllener Straße 7 befand sich das große Haus der Familie Gumpert, die Viehhandel betrieb. Zwei Steine werden an die beiden in Auschwitz ermordeten Mit-glieder der Familie Gumpert erinnern, nämlich an Frieda Sommerfeld geb. Gumpert und an Regina Wolff geb. Gumpert.

Während dieser Stolperstein-Verlegungen durch den Künstler berichteten Schüler/innen der Anne-Frank-Realschule von den Schicksalen der Verfolgten, die sie mit ihrem Lehrer Hermann Löhring erforscht haben, indem sie Stammbäume erstellten, Zeitzeugen befragten, Quellen aus dem Stadtarchiv auswerteten und Schauplätze jüdischen Lebens in Ahaus aufsuchten.

Die finanzielle Patenschaft für die Stolpersteine haben die Anne-Frank-Realschule, verschiedene Gruppen – u. a. auch der Heimatverein - und private Spender übernommen.

Eine große Zahl von  Interessierten nahm trotz Regenwetters an der Stolperstein-Verlegung mit Gunter Demnig teil, auch der Ahauser Bürgermeister, der ein Wort des Gedenkens und der Würdigung sprach. Schülerensembles sowohl der Anne-Frank-Realschule wie auch der Realschule im Vestert sorgten für die musikalische Umrahmung. Im Anschluss an die Verlegungen war im Foyer der Stadthalle bei einer Tasse Kaffee Gelegenheit für alle, mit dem Künstler und den Forschenden ins Gespräch zu kommen und Auszüge aus den Forschungsergebnissen der Schüler zu hören bzw. zu erwerben.



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